ALDE welcomes a 2012 budget that combines rigour and growth

Montag, 5. Dezember 2011

Press Release

ALDE welcomes a 2012 budget that combines rigour and growth

ALDE welcomes the positive outcome of the 2012 budgetary procedure which confirms the initial analysis that the EU budget should both comply with the rigor that affects all national budgets, and participate in investment needed for future growth, including R & D, education and training.
01/12/2011
ALDE welcomes the positive outcome of the 2012 budgetary procedure which confirms the initial analysis that the EU budget should both comply with the rigor that affects all national budgets, and participate in investment needed for future growth, including R & D, education and training.
Anne Jensen (Venstre, Denmark), ALDE Coordinator for the Budget Committee, said: “It is important that the level of payments reflects the EU’s objectives. It is therefore encouraging that the Member States are committed to correct the current budget if the level used for payment appropriations should be too low. Without prejudging the needs, I simply note that at the end of 2010, the amount of current commitments had already reached 194 billion euros. ”
Carl Haglund (Svenska Folkpartiet, Finland), ALDE shadow rapporteur for the 2012 general budget, continued: “For Liberals and Democrats in Europe, the main goal was to save the 2020 Strategy threatened by cuts done by the Council. Our priorities for research, competitiveness, innovation and lifelong learning, are sufficiently addressed. We also welcome the increase foreseen for Frontex and the mobilization of the flexibility instrument to finance the Arab spring “.
Alexander Alvaro (FDP, Germany), ALDE shadow rapporteur for the budget of other institutions, concluded: “If everyone is tightening its belt in Europe, the European institutions must do the same. This is especially true in the European Parliament where we have identified significant savings on operating costs. Despite the new tasks resulting from the Lisbon Treaty, and thanks to internal redeployment and restructuring, we can both work in good conditions while saving 74 million in travel costs, translation and interpretation, energy consumption and members’ expenses.”

Quelle

ALVARO: Spar-Haushalt 2012

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Der EU-Haushalt wird im Jahr 2012 um 1,86 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr anwachsen. Das Europäische Parlament hat die entsprechende Einigung mit dem Rat heute verabschiedet. Dazu Alexander Alvaro, stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses:

„Das ist weniger als die durchschnittliche Inflationsrate und auch im Verhältnis zu den nationalen Haushalten ein sehr geringer Anstieg. Das Parlament konnte seine Kernforderung, die Umsetzung der Strategie ‚Europa 2020’, und damit die Finanzierung entsprechender Projekte im Bereich Forschung und Innovation trotz aller Kürzungen durchsetzen.“

„Die EU braucht mehr Investitionen in zukunftsfähige Forschung und Innovation, die dann auch Anreize für die Wirtschaft bergen und Arbeitsplätze schaffen. Dazu müssen wir aber weg vom Subventionsdenken und Bestandsschutz. Gleichzeitig muss effizienter gewirtschaftet werden und Bürokratie- und Verwaltungskosten gespart werden.“

„Im Parlamentshaushalt sparen wir unter dem Strich 74 Millionen Euro. Das schaffen wir durch effektivere Organisation, zum Beispiel bei Reisekosten, Übersetzen und Dolmetschen, Energieverbrauch und bei den Zulagen für Abgeordnete. Freilich ließen sich jährlich weitere 180 Millionen Euro und 19.000 Tonnen Kohlendioxid sparen, wenn der Wanderzirkus zwischen Brüssel und Straßburg abgeschafft würde.“

„Wir haben aber in den Verhandlungen auch mit einem Denkfehler seitens der Mitgliedstaaten zu kämpfen. Wo das Parlament politische Prioritäten finanziell unterfüttern möchte, wird beim Rat nur auf die Endsumme geschaut. Erstaunlich ist dabei, dass uns gleichzeitig gesagt wird, dass die nationalen Regierungen kein Problem damit haben, bei zu knapper Bemessung der geplanten Zahlungen, das nötige Geld im Laufe des Haushaltsjahres über Berichtigungshaushalte nachzuschießen. Das Parlament würde lieber von Anfang an die verfügbaren Mittel dort einsetzen, wo sie den größten Mehrwert bieten“, so Alvaro.

Stabilitätspakt II – Eine neue Haushaltsdisziplin der Mitgliedstaaten und die verstärkte Durchsetzungsfähigkeit der EU

Freitag, 18. November 2011

Stabilitätspakt II

Eine neue Haushaltsdisziplin der Mitgliedstaaten und die verstärkte Durchsetzungsfähigkeit der EU

 

 

 

Der Stabilitäts- und Wachstumspakt wurde auf dem Gipfel des Europäischen Rates in Dublin im Dezember 1996 beschlossen, um zur allgemeinen Stabilität und finanziellen Umsicht in der Europäischen Union und damit zum Erfolg der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion beizutragen.

Der Stabilitäts- und Wachstumspakt basiert auf Konvergenzkriterien, die die EU-Mitgliedsländer erfüllen müssen, wollen sie der Eurozone angehören. Die Mitgliedstaaten müssen die Höchstgrenzen für ihr Haushaltsdefizit (3 % des BIP) und ihre Gesamtverschuldung (60 % des BIP) zwar auch weiterhin einhalten; allerdings wurden die Regeln 2005 unter rot-grün aufgeweicht:

Es wurden keine Defizitverfahren gegen Länder eingeleitet, die ein negatives Wachstum verzeichnen (vorher -2 %) oder andere “einschlägige Faktoren” geltend machten. Im Falle eines Defizitverfahrens wurden ihnen längere Fristen eingeräumt.

Die Aufweichung der Kriterien und Verstöße gegen diese nunmehr aufgeweichten Kriterien waren schlussendlich der Sargnagel der Wirtschafts- und Währungsunion. In der Eurozone ließ man seitdem zu oft „Fünfe gerade sein“ – „laissez faire“ zog in die Europäische Fiskalpolitik ein. Es musste etwas geschehen. Der europäische Ordnungsrahmen war aus den Fugen geraten, da echte Durchgriffsmöglichkeiten fehlten, um eine exzessive Schuldenpolitik zu verhindern.

 

Stabilitäts- und Wachstumspakt II

EU-Kommission, Ministerrat und Europäisches Parlament haben sich daher im September 2011 auf eine Verschärfung des Stabilitätspaktes geeinigt. Dazu tritt neben den Stabilitäts- und Wachstumspakt künftig ein neues gesamtwirtschaftliches Überwachungsverfahren. Damit sollen wirtschaftliche Ungleichgewichte wie z. B. große Leistungsbilanzdefizite frühzeitig erkannt werden, damit rechtzeitig gegengesteuert werden kann.  Staaten, die gegen die gemeinsamen Haushaltsregeln verstoßen, sollen schneller als bisher sanktioniert werden können. Mit dem sogenannten “Sixpack[1]“ wird die EU effektiver als bisher gegen zu hohe Haushaltsdefizite und Staatsverschuldung vorgehen können.

Die fünf Verordnungen und eine Richtlinie des “Sixpack”, die das EU-Parlament verabschiedet hat, sollen helfen, die europäische Schuldenkrise zu überwinden:

Defizitsünder werden härter und früher bestraft, geschönte Statistiken geahndet, jeder der 17 Euro-Staaten muss eine Schuldenbremse einführen und die Rolle der EU-Kommission als Hüterin der Verträge wird gestärkt, indem sie künftig stärker als bisher in die nationalen Haushaltsplanungen aller Mitgliedstaaten eingebunden sein wird. So hat sie u.a. mehr Möglichkeiten sich wirksam bei der Senkung von Staatsausgaben, bei anderen wirtschaftspolitischen Korrekturen und der Kontrolle von deren Einhaltung unmittelbar vor Ort einzubringen.

 

Mehr Haushaltsdisziplin – bessere Durchsetzung:

Bisher konnte ein Defizitverfahren gegen einen Euro-Staat nur bei zu hoher Neuverschuldung eingeleitet werden. Künftig kann die Europäische Kommission bereits dann ein Verfahren einleiten, wenn die Gesamtschulden eines Landes zu hoch sind. Dies ist eine wesentliche und wichtige Neuerung.

Prävention

Als Teil der präventiven Komponente müssen die Mitgliedstaaten jährliche Stabilitäts- bzw. Konvergenzprogramme vorlegen, die zeigen, wie sie mittelfristig  eine solide Haushaltslage (einen ausgeglichenen Haushalt), erreichen oder sichern wollen. Die Kommission überprüft anschliessend, ob die nationalen Programme umgesetzt und die genannten Mittelfristziele erreicht werden. Im Fall einer erheblichen Abweichung von einer soliden Haushaltspolitik setzt ein Frühwarn-Verfahren ein.

Dabei veröffentlicht die Kommission eine Frühwarnung und gibt Empfehlungen zur Behebung des Problems an den Rat, der wiederum innerhalb eines Monats entsprechende Abhilfemaßnahmen beschliesst, die in den folgenden drei bis fünf Monaten umgesetzt werden müssen.

Stellt der Rat 6 Monate nach der Frühwarnung durch die Kommission immer noch erhebliche Abweichungen fest, so wird zusätzlich eine verzinsliche Einlage in Höhe von 0.2% des BIP fällig. Diese Sanktionen werden innerhalb von sechs Monaten oder – in besonders schwerwiegenden Fällen – innerhalb von vier Monaten verhängt.

Die Kommission überprüft die wirksame Umsetzung der durch den Rat beschlossenen Abhilfemaßnahmen. Wenn diese Maßnahmen nicht ordentlich umgesetzt worden sind, greift das Verfahren der “quasi-automatischen Sanktionen”. Dabei erfolgt innerhalb von 20 Tagen ein Sanktionsbeschluss seitens der Kommission, den die Mitglieder der Eurozone nur durch einen Beschluss mit qualifizierter Mehrheit innerhalb von weiteren 10 Tagen kippen können.

Korrektur

Die korrektive Komponente des Pakts umfasst das Verfahren bei übermäßigem Defizit (Excessive Deficit Procedure – EDP). Dieses Verfahren greift bei Überschreitung der im Vertrag verankerten Haushaltsdefizitgrenze von 3 % des BIP oder bei einem Schuldenstand von über 60%.

Im Gegensatz zu den Frühwarn-Maßnahmen gibt hier der Rat direkt an die betroffenen Mitgliedstaaten Empfehlungen  für Korrekturmaßnahmen aus – den “blauen Brief” – und setzt ihnen eine Frist für die Umsetzung. Zukünftig werden auch an dieser Stelle des Verfahrens die Mitgliedstaaten der Eurozone mit finanziellen Sanktionen belegt.

Hier wandelt sich diese verzinsliche Einlage aus der präventiven Phase (0.2%BIP) zunächst in eine unverzinsliche Einlage um und in einem letzten Schritt in ein Bußgeld, das nicht zurückerstattbar ist.

Mittelfristig können aber nicht nur Finanz- und Geldstrafen verhängt werden, sondern einem Mitgliedstaat auch EU-Mittel gestrichen werden.

 

Die Währungsunion entwickelt sich weiter

Die größte Reform der Währungsunion seit der Euro-Einführung ist ein beachtlicher und wichtiger Schritt. Eine Währungsunion – diese Erfahrung haben wir gemacht – kann nicht ohne integrierte Wirtschafts- und Fiskalpolitik funktionieren. Was heute unter dem Titel “economic governance” viel diskutiert wird, wird eine bessere Abstimmung von bestimmten Bereichen der Arbeitsmarkt-, Steuer- und Sozialpolitik nach sich ziehen müssen; hier muss genau betrachtet werden, welche Annäherungen in diesen Bereichen zu einer stabileren Wirtschaftspolitik in der EU führen können.

Der Erfolg des Europäischen Semesters – das neue Instrument zur Haushaltskoordinierung aller 27 EU-Mitglieder – wird in Kombination mit dem Stabilitätspakt II und dem ESM sowie den Regulierungen im Bankensystem eine wesentliche Voraussetzung zur Stabilisierung und Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion sein. So schaffen wir ein Europa, dass weiterhin Wohlstand und Wachstum ermöglichen kann.

Mangelnden politischen Willen können wir uns im Lichte der Globalisierung nicht leisten; ebensowenig eine schrittweise Auflösung der EU durch Austritte aus der Währungsunion. Nur in der Europäischen Union ist Deutschland auf Augenhöhe mit den Vereinigten Staaten, China und Indien.

 

 

 

 

Alexander Alvaro MdEP

Brüssel im November 2011

 



[1] Das Economic Governance-Paket (Sixpack) besteht aus fünf Verordnungen und einer Richtlinie. Zwei Gesetze schaffen die Rahmenbedingungen zum Abbau von volkswirtschaftlichen Ungleichgewichten. Ein Gesetz soll die Transparenz der mitgliedsstaatlichen Haushaltsdaten verbessern und somit deren Manipulation verhindern. Drei weitere Gesetze reformieren den Stabilitäts- und Wachstumspakt.

Rede zum Haushalt 2012 am 26.20.2011 in Straßburg

Freitag, 28. Oktober 2011

Alexander Alvaro (ALDE).

 

Herr Präsident! Guten Morgen, Herr Kommissar, guten Morgen an die Ratspräsidentschaft! Ich glaube, der Berichterstatter Fernandes hat für den Teil des Parlamentshaushalts hier das erste Mal seit Jahren einen wesentlichen Durchbruch erzielt, und ich freue mich, dass die Zusammenarbeit so konstruktiv war, insbesondere auch mit dem Generalsekretariat und dem Präsidium des Hauses.

 

Wir haben in Zeiten, in denen die Menschen ihren Gürtel enger schnallen müssen, unseren Beitrag dazu geleistet, zu zeigen, dass man Gelder auch effizient einsetzen und trotzdem sparen kann. Ich glaube, es ist ein wichtiges Signal in diesen Zeiten, in denen in allen Mitgliedstaaten darüber diskutiert wird, wie man mit dieser Krise umgehen kann, dass wir hier mit gutem Beispiel vorangegangen sind. Wir haben Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe erreicht – knappe 74 Millionen. Der Kollege Vaughan hat eben angesprochen, wie sich das haushalterisch in Prozenten ausdrückt.

 

Wir verfügen aber sicherlich auch noch über weiteres Sparpotenzial. Wir müssen nicht zwingend ein Gebäude für 30 Millionen Euro kaufen und sanieren, um hier zu tagen. Ich glaube, da kann man die Mittel auch deutlich effizienter einsetzen. Im Übrigen glaube ich auch, dass wir wesentlich mehr Sparpotenzial aufdecken würden und eine geschicktere und effizientere Verwaltungsstruktur mitgestalten könnten, wenn dem zuständigen Haushaltsausschuss nicht nur die Haushaltslinien vorgelegt würden, in denen der Generalsekretär des Hauses Einsparungen vorschlägt, sondern wenn der Haushaltsausschuss einen Gesamtüberblick erhielte, weil wir dann nämlich sehen könnten, wie die Mittel insgesamt eingesetzt werden, und an der Struktur arbeiten könnten.

 

Abschließend möchte ich sagen, dass wir ungefähr fünf Mal so viel sparen könnten, wenn wir diese Tagungen in Brüssel abhalten würden und nicht jeden Monat in Straßburg.

EU-Haushalt 2012 heißt intelligent Sparen

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Das Parlament sichert in seiner Lesung für den EU-Haushalt 2012 die frühzeitige Umsetzung der 2020 Strategie für Europa. “Die 2020 Strategie  bedeutet mitnichten, dass die Umsetzung erst 2020 erfolgt, sondern, dass die Ziele für Wachstum und Beschäftigung bis dahin erreicht werden sollen. Weiter…