WORTMELDUNG: 12. Standpunkt des Parlaments zum Entwurf des Haushaltsplans 2011 in der vom Rat geänderten Fassung – alle Einzelpläne – Entwurf des Berichtigungshaushaltsplans Nr. 3/2010: Einzelplan III – Kommission – Begleitmaßnahmen für den Bananensektor (Aussprache)

Dienstag, 9. November 2010

Plenardebatten

Dienstag, 19. Oktober 2010 – Straßburg Überprüfte Ausgabe

12. Standpunkt des Parlaments zum Entwurf des Haushaltsplans 2011 in der vom Rat geänderten Fassung – alle Einzelpläne – Entwurf des Berichtigungshaushaltsplans Nr. 3/2010: Einzelplan III – Kommission – Begleitmaßnahmen für den Bananensektor (Aussprache)

Alexander Alvaro (ALDE ). – Frau Präsidentin! Vor allen Dingen gilt mein Dank den beiden Berichterstatterinnen. Wie viele Kollegen auch schon gesagt haben, gilt anscheinend die Gleichung „Mehr Geld ist gleich bessere Politik“. Ich glaube, andersherum wird ein Schuh daraus, d.h., dass bessere Politik mehr Geld rechtfertigt. Es muss sein, dass die Gelder, die wir bereitstellen, effizient ausgegeben werden. Das als wesentliches Kriterium zu betrachten und die entsprechende Kontrolle wird auch zum Erfolg führen. Es hat keinen Zweck, wenn wir heilige Kühe wie den Agrarhaushalt und die Struktur- und Kohäsionspolitik finanzieren, ohne sie gleichzeitig zu reformieren und zu modernisieren. Viele Kollegen haben angesprochen, und ich stimme ihnen völlig zu, dass wir die Schwerpunkte im Bereich Forschung und Entwicklung, erneuerbare Energien, Energiesicherheit und Bildungsmobilität setzen müssen.

Erlauben Sie mir, zum Thema Disziplin auch noch einen Schwenk auf die Einigung in Deauville zu machen, denn Disziplin müssen wir auch von den Mitgliedstaaten erwarten. Der Nachrichtendienst AFP zitiert einen französischen Vertreter: „Es gibt Ayatollahs in Deutschland, die eine durchweg preußische Strenge in diesen Fragen haben“, sagte er mit Blick auf die bisher unnachgiebige Haltung der Bundesregierung. Ich persönlich bezweifele, dass der französische Vertreter Europas savoir vivre so versteht, dass Geld, das man nicht hat, mit vollen Händen ausgegeben wird und kommende Generationen für heute gemachte Schulden bezahlen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es das ist, was die Mitgliedstaaten möchten, und es wäre auch an der Zeit, das in den entsprechenden Haushaltsverhandlungen über die Disziplin zu zeigen, die wir auch im Mai gefordert und bewiesen haben.

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Plenarreden

Donnerstag, 16. September 2010

Bei EP LIVE  können Sie die laufenden Arbeiten im Europäischen Parlament live mitverfolgen.

Die Tagesordnungen aller Plenar – und Ausschussitzungen werden auf der Homepage des Parlaments veröffentlicht.

Meine Wortmeldungen im Plenum sind  als Videos verfügbar oder können hier nachgelesen werden. Auch meine Plenarreden der vergangenen Legislaturperiode 2004-2009 sind im Archiv des EP einzusehen.

WORTMELDUNG: 6.1. Abkommen EU/USA über die Verarbeitung von Zahlungsverkehrsdaten und deren Übermittlung im Rahmen des Programms zum Aufspüren der Finanzierung des Terrorismus (A7-0224/2010 , Alexander Alvaro) (Abstimmung)

Montag, 9. August 2010

Plenardebatten

Donnerstag, 8. Juli 2010 – Straßburg

6.1. Abkommen EU/USA über die Verarbeitung von Zahlungsverkehrsdaten und deren Übermittlung im Rahmen des Programms zum Aufspüren der Finanzierung des Terrorismus (A7-0224/2010 , Alexander Alvaro) (Abstimmung)

Alexander Alvaro, Berichterstatter . − Herr Präsident! Die Kollegen werden vielleicht Verständnis dafür haben, dass, nachdem das Europäische Parlament im Februar dieses Abkommen zurückgewiesen hat, es notwendig ist, klarzustellen, dass wir inzwischen in Zusammenarbeit mit der Kommission eine deutliche Verbesserung dieses Textes erreicht haben.

Ich nutze die Gelegenheit, den Kollegen von der EVP-, S&D-, Verts/ALE- und GUE/NGL-Fraktion, die daran mitgearbeitet haben, zu danken für die Hilfe bei der Entwicklung eines Abkommens in schwierigem Fahrwasser, das sowohl das Recht unserer Bürger auf Privatheit schützt als auch ihr Recht auf Sicherheit. Ich möchte in Erinnerung rufen, dass dies zum ersten Mal eine Möglichkeit gewesen ist, den Vertrag von Lissabon mit Leben zu füllen und nicht nur Buchstaben vor sich zu haben.

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WORTMELDUNG: 5. Abkommen EU/USA über die Verarbeitung von Zahlungsverkehrsdaten und deren Übermittlung im Rahmen des Programms zum Aufspüren der Finanzierung des Terrorismus (Aussprache)

Freitag, 9. Juli 2010

Plenardebatten

Dienstag, 6. Juli 2010 – Straßburg Überprüfte Ausgabe

5. Abkommen EU/USA über die Verarbeitung von Zahlungsverkehrsdaten und deren Übermittlung im Rahmen des Programms zum Aufspüren der Finanzierung des Terrorismus (Aussprache)

Alexander Alvaro, Berichterstatter . − Herr Präsident! Ich glaube, im Anschluss an diese Diskussion muss man zwei Sachen festhalten. Zum einen hat das Europäische Parlament unter Beweis gestellt, dass es nach dem Vertrag von Lissabon bereit ist, mitzuarbeiten. Ratspräsident Garrido hat gesagt, er hätte das Europäische Parlament unterschätzt. Ich glaube, das hat er, und zwar sowohl in seinem Willen, mitzuarbeiten, als auch in seinem Willen, Verantwortung zu zeigen. Ich glaube, wir haben hiermit eine neue Ära im Bereich der EU-Gesetzgebung eröffnet.

Und nun zu den Kollegen, die sich eben dagegen geäußert haben. Mit allem Respekt für die Ablehnung erwarte ich genauso viel Respekt für die Wahrheit. Wir haben nämlich mittelfristig eine Lösung geschaffen, wie wir die Übertragung von Massendaten verhindern werden. Es gab vorher in diesem Abkommen überhaupt keine Regelung, die rechtsverbindlich die mittelfristige Beendigung von bulk data transfers gesichert hätte.

Jetzt zu behaupten, das hätte man von heute auf morgen machen müssen, ist genauso realistisch, wie von heute auf morgen den Atomausstieg zu schaffen, was nämlich politisch und praktisch auch nicht möglich ist. Da muss man ein Stück weit Ehrlichkeit walten lassen, und das erwarte ich im gegenseitigen Respekt ebenfalls.

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WORTMELDUNG: 5. Abkommen EU/USA über die Verarbeitung von Zahlungsverkehrsdaten und deren Übermittlung im Rahmen des Programms zum Aufspüren der Finanzierung des Terrorismus (Aussprache)

Freitag, 9. Juli 2010

Plenardebatten

Dienstag, 6. Juli 2010 – Straßburg Überprüfte Ausgabe

5. Abkommen EU/USA über die Verarbeitung von Zahlungsverkehrsdaten und deren Übermittlung im Rahmen des Programms zum Aufspüren der Finanzierung des Terrorismus (Aussprache)

Alexander Alvaro, Berichterstatter . − Herr Präsident, Frau Kommissarin! Herzlichen Dank für die Anwesenheit der Kommissarin! Ich bin mir sicher, dass Diskussionsbedarf in der spanischen Ratspräsidentschaft gerade gegen Ende besteht. Das, was wir als bulk data transfer in SWIFT hatten, haben wir also auch in Massenansammlung im Parlament. Nun, so sei es denn.

Wir haben im Februar als Parlament ein sehr deutliches Signal gesetzt, dass der Vertrag von Lissabon uns nicht nur mehr Möglichkeiten gibt, sondern vor allem auch mehr Verantwortung als Europäisches Parlament. Wir regieren mit, und zwar gemeinsam mit der Kommission und mit dem Rat auf der europäischen Ebene. Die Kommission ist gebeten worden, und das Verhandlungsmandat ist durch das Europäische Parlament bestätigt worden, ein verbessertes Abkommen vorzulegen und nochmals in die Verhandlungen einzutreten. Bei allen Differenzen, die möglicherweise unter den Fraktionen bestehen, und vor allen Dingen mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen, glaube ich, wäre es nicht ehrlich zu sagen, dass die Kommission nicht auch wirklich Fortschritte erreicht hat. Das ist etwas, das man ihr sehr hoch anrechnen muss, gerade im Rahmen des Gefüges, in dem sie gearbeitet hat, und der Möglichkeiten, die gegeben waren.

Gleichzeitig hat sich in den Verhandlungen, die im Nachgang geführt worden sind aber auch herausgestellt, dass das Wort „unmöglich“ recht oft auftauchte. Es war unmöglich, bestimmte Dinge zu ändern, das Abkommen nochmals zu öffnen. Es war unmöglich, von den Vereinigten Staaten Zugeständnisse zu verlangen, geschweige denn, dass das Europäische Parlament auf den Rat Einfluss nehmen konnte. Wenn ich persönlich etwas aus dieser Diskussion gelernt habe, dann dass das Wort „unmöglich“ nicht im Politischen existiert, wenn der politische Wille da ist. Denn wir haben gesehen, dass das Europäische Parlament in der Lage war, in Zusammenarbeit mit der Kommission zu erreichen, dass Verbesserungen in den Abkommenstext eingefügt worden sind. Die Kommissarin hat im Nachgang der Paraphierung des Abkommens mit den Vereinigten Staaten erreicht, dass ein wesentliches Anliegen – nämlich dass europäische Beamte in Washington vor Ort sind, die Extrahierung der Daten überwachen und in Missbrauchsfällen gegebenenfalls auch blockieren können – Eingang in das Abkommen gefunden hat, namentlich in Artikel 12 Absatz 1.

Des Weiteren war fraktionsübergreifend ein wesentlicher Punkt die Übertragung von Sammeldaten, Massendaten, im Englischen so genannte bulk data, an die Vereinigten Staaten. Das ist etwas, das wir in Zusammenarbeit mit dem Rat und zugegebenermaßen auch unter Ausübung eines gewissen Druckes erreicht haben, dass wir mittelfristig in der Lage sind, dieses Problem zu beheben. Es wird nicht von heute auf morgen gehen, aber wir haben das klare Zugeständnis der Kommission, verankert in einem Ratstext – wo ich als Fußnote sagen kann, das ist einmalig, das ist bisher noch nie geschehen, dass wir einen Ratstext mit unserem Wortlaut haben verändern können –, dass nach einem Jahr die Kommission einen technischen und rechtlichen Rahmen präsentieren muss, wie diese Daten auf europäischem Grund und Boden extrahiert werden.

Gleichzeitig soll nach drei Jahren ein Fortschrittsbericht präsentiert werden, wie weit dieses System inzwischen ist. Es gibt eine Verbindung mit Artikel 11 des Abkommens in diesem eingefügten Teil, dass innerhalb von drei Jahren der Fortschrittsbericht erfolgen soll, und Artikel 11 des Abkommens sagt, dass, wenn die Europäische Union selbst an einem Verfahren arbeitet, beide Parteien – die USA und die Europäische Union – den Abkommenstext entsprechend anpassen müssen. Das heißt, wir haben die Möglichkeit, da nochmals rein zu gehen, ohne für Verwunderung zu sorgen, ohne die wechselseitigen Interessen zu verletzen. Wir haben erreicht, dass, wenn nach fünf Jahren dieses System nicht besteht, ernsthaft darüber diskutiert und dann auch gehandelt werden muss, dass das Abkommen dann nach Artikel 21 Absatz 2 beendet werden soll, und auf der Basis dessen, was dann besteht, ein neues erarbeitet werden muss.

Ich möchte vor allen Dingen auch denjenigen, die Sorge haben, dass ihre persönlichen Bankdaten, Mietzahlungen, sonstige Überweisungen in die USA übertragen werden, diese Sorge nehmen. Es ist explizit kein nationaler Datentransfer erfasst von der Übertragung der Daten an die Vereinigten Staaten. Und auch der innereuropäische Bankdatentransfer wird größtenteils nicht über SWIFT abgewickelt, sondern es handelt sich dabei um so genannte SEPA-Daten, die auch von diesem Abkommen explizit ausgenommen worden sind. Was also übrig bleibt, sind Daten von der Europäischen Union an Drittstaaten, die in die Vereinigten Staaten übertragen und ausgewertet werden, bis wir in der Lage sind, das selber zu machen.

Abschließend, weil ich ja im Anschluss an die Runde auch noch ein wenig Zeit habe, möchte ich sagen, dass dieser Prozess uns gelehrt hat, dass sowohl Kommission, Rat als auch Parlament näher zusammenrücken müssen und in der Abstimmung noch besser miteinander kooperieren müssen. Ich glaube, dass wir in Bezug auf die Entwicklung, die der Vertrag von Lissabon aufgezeigt hat, gezeigt haben, in welche Richtung das gehen kann, und wir sind uns zusammen mit Kommission und Rat unserer Verantwortung bewusst, eine vernünftige Lösung zu präsentieren.

Wie gesagt, nicht jeder in diesem Haus ist glücklich. Aber ich möchte explizit den Kollegen, auch denjenigen, die dies ablehnen werden, für die Bereitschaft danken, wesentliche Punkte mit einzubringen. Für die Kollegen der großen Fraktionen, die bereit sein werden, mit uns am Donnerstag diesem Abkommen zuzustimmen, bedanke ich mich auch für die Kooperation und für die gute Zusammenarbeit, die wir geleistet haben. Wie gesagt, ausdrücklich Respekt für diejenigen unter den Kollegen, die ablehnen werden, weil sie sich sehr konstruktiv eingebracht haben in diesen Prozess, aber man wird niemals 100 % erreichen können, wenn man vier Verhandlungsparteien hat.

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